In der Reitbahn: Hufschlagfiguren

Immer nur im Kreis bzw. Viereck herum – wer ab und an auf Sportplatz-Rundbahnen unterwegs ist, weiß, wie langweilig das ist. Dem Pferd geht es genauso, wenn wir immer nur „ganze Bahn“ reiten. Deshalb gibt es verschiedene, festgelegte „Lauflinien“ fürs Pferd in der Reitbahn, die Bahn- oder Hufschlagfiguren genannt werden. Neben dem Gegen-Langeweile-Faktor haben Hufschlagfiguren aber natürlich auch verschiedene Funktionen, die der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter und natürlich der Gymnastizierung des Pferdes dienen.

Laufllinien in der Reitbahn

Ganze Bahn ist die einfachste Hufschlagfigur. Es wird immer an der Bande entlang geritten und somit die ganze Bahn umkreist. Es gibt zwei „Hände“: linke Hand und rechte Hand. Wenn du linke Hand reitest, heißt das, dass du links herum reitest und umgekehrt. Logisch eigentlich, oder? Du kannst dir das auch merken, in dem du auf deine innere Hand achtest: Ist deine linke Hand ins Bahninnere gerichtet, bist auf der linken Hand. Und rechtsherum natürlich genauso. Warum man nicht einfach rechts- oder linksherum heißt bzw. rechte oder linke Seite, weiß ich auch nicht …

Bei der halben Bahn wendest du bei Bahnpunkt B oder E (also in der Mitte der langen Seite) im rechten Winkel ab und reitest geradeaus auf die andere Seite zu. Die „Hand“ wird dabei nicht gewechselt.

 

Durch die ganze Bahn wechseln meint, dass der Reiter die Reitbahn auf gerader Linie von einer Ecke in die diagonal gegenüberliegende Ecke durchquert, genauer gesagt: zum Wechselpunkt vor der diagonal gegenüberliegenden Ecke.

Durch die halbe Bahn wechseln ähnelt der vorherigen Figur, allerdings kommst du auf der gegenüberliegenden langen Seite nicht am Wechselpunkt an, sondern in der Mitte.  Dort wendest du dann wieder auf den Hufschlag ab.

 

Durch die Länge der Bahn

Durch die Länge der Bahn wechseln: Hierbei wendest du in der Mitte der kurzen Seite (also bei A oder C) auf die Mittellinie ab und kommst auf der Mitte der gegenüberliegenden kurzen Seite wieder an. Du reitest also parallel zur langen Seite. Dabei wechselst du die Hand: Wenn du also von der rechten Hand kommst, wechselst du am Ende auf die linke.

Durch die Länge der Bahn geritten bedeutet, dass du bei Erreichen der Mitte der kurzen Seite (also bei Bahnpunkt A oder C) auf die Mittellinie abwendest und geradeaus auf die andere kurze Seite zureitest. Dort wendest du wieder auf die gleiche Hand ab – bei dieser Lektion findet also kein Handwechsel statt.

 

 

Zirkellinien

Der Zirkel ist eine kreisförmige Bahnfigur. Man spricht dabei von der offenen und der geschlossenen Zirkelseite: Die offene ist der Halbkreis, der nicht die kurze Seite berührt, der geschlossene der diesem gegenüber liegende.

Aus dem Zirkel wechseln: Hierbei wird auf einem Zirkel geritten und bei „x“ ein Handwechsel durchgeführt (bei einem 20 x 40 m Viereck also beim Bahnmittelpunkt). Das Pferd wird umgestellt, um dann auf der anderen Hand ebenfalls einen Zirkel zu reiten. So werden zwei Zirkel durchritten, die sich nur an einem Punkt Mitte der Bahn berühren – eine große 8 sozusagen.

Durch den Zirkel wechseln: Du reitest einen Zirkel und wendest am Zirkelpunkt der offenen Zirkelseite in einer halben Volte ab, reitest über den Mittelpunkt des Zirkels auf die kurze Seite zu, wechselt über dem Mittelpunkt die Hand und reitest in einer weiteren halben Volte auf der neuen Hand auf den anderen Zirkelpunkt zu. Im Prinzip schreibst du also ein „S“ in den Zirkel.

 

Volten und Kehrtvolten

Volten sind kleine Zirkel mit einem Durchmesser von 10 m. Je höher die Dressurklasse, desto kleiner wird die Volte: Sie kann dann auf 8 m bzw. 6 m „schrumpfen“.

Aus der Ecke kehrt bzw. Kehrtvolte: Aus der Ecke kehrt bedeutet, dass du eine Volte beginnst, ca. 3/4 davon reitest und dann mit einem gerade gestellten Pferd auf einer Linie auf den Hufschlag zurückkehrst. Kehrtvolten sehen genauso aus, nur, dass sie von einem beliebigen Punkt des Hufschlags aus geritten werden.

 

 

 

Schlangenlinien an der langen Seite, 1 (oder 2) Bogen, Schlangenlinien durch die Bahn, 3 Bögen (es gibt aber auch 4, 5 oder 6 Bögen – je nach Größe des Vierecks). Achtung: Beim Leichttraben musst du jeweils ans Umsitzen denken!

 

 

Meine Lieblingsübungen:

Natürlich gibt es noch mehr Bahnfiguren oder Lektionen, die man aneinanderreihen kann. Ich füge bspw. beim „durch die ganze Bahn wechseln“ gern jeweils eine Rechts- und eine Linksvolte ein.

Auch das mache ich manchmal, um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken: Aus der Ecke kehrt, dann eine Volte in der Mitte der langen Seite und wieder aus der nächsten Ecke kehrt. Und das mehrmals hintereinander.

 

 

 

 

 

Falls du die Möglichkeit hast, dann reite möglichst viele unterschiedliche Figuren hintereinander. So erhält du die Aufmerksamkeit deines Pferdes, weil ihr euch ständig neu aufeinander einstellen müsst.