Abteilung Marsch! Die neue Reitschule.

Abteilung Marsch! Die neue Reitschule.

Nachdem ich die Lembeck aufgrund der arbeitnehmerunfreundlichen Stundenzeiten verlassen und fast anderthalb Jahre nur Unterricht auf Jolly hatte, schlich sich dann doch der Gedanke ein, mal wieder andere Pferde zu reiten. In erster Linie wollte ich dadurch an meinem Sitz arbeiten bzw. die Gelegenheit nutzen, einmal mehr die Woche auf dem Pferd zu sitzen. Schließlich lernt man reiten nur durch reiten. Wie der Zufall es wollte habe ich über Facebook erfahren, dass eine der ehemaligen Reitlehrerinnen der Lembeck an einen anderen Stall gewechselt ist. Da er von der Arbeit (und auch von Zuhause aus) relativ schnell zu erreichen ist, probierte ich es dort einmal aus.

Nun gut, die Schulpferde sind – zumindest was ich bisher so mitbekommen habe – eher mittelmäßig. Die Gruppe ist etwas durchwachsen. Trotzdem gefällt es mir dort irgendwie. Und der Reitlehrer hat so einen ganz ruhigen, fast besonnenen Umgang mit Pferden und Reitern, dass er fast wie ein gutmütiger Opa rüberkommt.

Vielleicht tut es mir ganz gut, einfach mal etwas anderes auszuprobieren und die Erfahrung zu machen, wie gut ich es mit Jolly habe.

Auf die Probe stellen. Seit zwei Jahren das erste Turnier.

Auf die Probe stellen. Seit zwei Jahren das erste Turnier.

Witzigerweise ziemlich auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Vereinsturnier in der Lembeck steht nun mein erstes Turnier mit Jolly an. Und es ist auch noch die gleiche Aufgabe! Also eigentlich nicht die besten Voraussetzungen – sagt der Kopf. Und der Bauch ist irgendwie auch dagegen. Aber genannt ist genannt – jetzt ziehe ich das auch durch. Ich weiß ja so ungefähr, worauf ich mich eingelassen habe: Lauter schmale U20-Mädels mit perfektem Sitz und turniererfahrenen Pferden. Und ich, die Jolly kaum aussitzen kann, mit den Waden und Händen schlackert, die vor jeder Ecke Sorge hat, dass er glotzt, sich ablenken lässt, vor Schreck zur Seite springt oder die Kiste hebt.

Am Stall sagen alle, „Nimm’s gelassen, hab einfach Spaß dran, es geht doch um nichts.“ Das stimmt ja auch. Aber es ist trotzdem ein blödes Gefühl, sich selbst auf die Probe zu stellen. Prüfungen in der Schule, Uni, Führerschein … mochte ich schließlich auch nicht. Und jetzt mache ich so etwas sogar freiwillig … Aber vorher gibt’s ein Piccolöchen – so viel ist klar!

Aufgabe WB 244 (E1)

Was nicht passt, wird passend gemacht: Meine ersten Reitstiefel

Was nicht passt, wird passend gemacht: Meine ersten Reitstiefel


Schon lange habe ich drüber nachgedacht, mir Stiefel zu kaufen. Mit der Turniernennung kam jetzt der passende Anlass, mich näher mit diesem Thema auseinander zu setzen. Ich hatte noch nie welche – meinen umfangreichen Waden sei Dank. Und Maßanfertigungen wollte ich nun auch (noch) nicht. Schließlich wusste ich ja gar nicht, ob ich mit Stiefeln auf dem Pferd überhaupt klarkomme. Nach intensiver Recherche habe ich dann extra-weite Stiefel gefunden, die preislich auch noch in Ordnung waren. So richtig schiefgehen konnte es also nicht – im Zweifel hätte ich sie halt wieder verkauft. Aber vielleicht sollte ich ja auch einfach mal Glück haben … Also habe ich zugeschlagen.

Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht: Kein Karton? Die Stiefel waren einfach lose in einer Versandtüte, ein bisschen Füllmaterial in die Schäfte gestopft. Hm, das hatte ich mir etwas glamuröser vorgestellt. Die Stiefel selbst fühlten sie gut an, noch so neu und steif und sie rochen leicht nach Leder. Die Freude war groß und natürlich musste ich sie direkt anprobieren. Natürlich habe ich sie nicht zubekommen.

Der Reißverschluss ging recht schwergängig und meine Waden taten ihr Übriges dazu. Na toll! Laune im Eimer! Dann hat sich Matze der Sache angenommen, gezogen und gezerrt, gerupft und geschoben. Und tadaaaaa – zu waren sie, meine ersten Reitstiefel. Jetzt durfte ich sie natürlich den restlichen Abend nicht mehr ausziehen.

Von nun an quetschte ich mich jeden Abend in die Stiefel, trug sie beim Wäschemachen, im Garten, auf kurzen Spaziergängen, holte mir Blasen an den Fersen und vom Reißverschlussziehen an den Fingern. Irgendwann bestellte ich mir Lederdehn-Spray für den Schaft und Bienenwachs für den Reißverschluss. Und dann wurde es endlich besser. Zwar brauchte ich immer noch gefühlte 10 Minuten fürs Einsteigen, aber immerhin: Es wurde.

Mit Einsatz des Lederdehners, Bienenwachs und Matzes Muskelkraft wurde passend gemacht, was erst nicht wollte. Mit dem Erfolg, dass ich nun mit schicken Stiefeln auf dem Pferd sitze. Tatsächlich hätte ich es nicht gedacht, aber es fühlt sich gut an, anders! Irgendwie besser! Ich habe das Gefühl, meine Beine ruhiger zu halten und Länge ins Bein zu kriegen.

Auch wenn es nun noch mehr „Gepöngels“ gibt, das ich mitschleppen muss: Diese Anschaffung hat sich – auch wenn es etwas gedauert hat – wirklich gelohnt.

Ganz oder gar nicht, gehen oder bleiben …

Ganz oder gar nicht, gehen oder bleiben …
  1. Muss ich mich entscheiden? Schon komisch, was man manchmal für Gedanken hat. Nach manchen Reitstunden – meist sogar nach denen, die gut geklappt haben – kommt mir der Gedanke, mit dem Reiten aufzuhören. Warum eigentlich? Weil ich Schenkelweichen nicht hinkriege? Nicht ordentlich zupacke? Manchmal zu lieb bin? Mich mehr durchsetzen müsste?

So richtig kann ich es nicht erklären. Doch es gibt sie, diese Momente, die einfach nur zum Heulen sind.

Vorbereitung RA 7 – das Outfit

Auch wenn es für die „kleineren“ Abzeichen nicht vorgeschrieben ist: Bei uns am Hof sollen wir nach Möglichkeit Turnierkleidung tragen. Sprich: Weiße Reithose, Turnierbluse und Jackett, weiße Handschuhe.
Eine passende Turnierkleidung in meiner Größe zu finden, ist nicht so einfach. Gut, dass es im Internet diverse Händler gibt. Abschätzen hier, vergleichen dort … In positiver Hoffnung bestellen und dann doch enttäuscht sein … Mir fällt immer wieder auf, dass meine normalen Kleidergrößen nicht mit Reit-Größen übereinstimmen – häufig fallen die Sachen (viel) kleiner aus. Das ist frustrierend …

Immerhin zwei Varianten habe ich nun zur Auswahl. Welche gefällt euch besser? Erzählt mir doch auch von euren Erfahrungen. Gibt es Marken, die euch besonders gut gefallen oder von denen ihr enttäuscht seid?

Hallo, Zweifel …

Naja, nachdem ich gehört habe, dass im März wieder RA-Lehrgänge stattfinden und ich teilnehmen wollte, hat erst einmal ein Virus zugeschlagen. Die letzten Januartage und die erste Februarwoche waren also dahin – kein Pferd, kein Reiten, kein Sport. Und tatsächlich bleibt ja gar nicht mehr viel Zeit. Nach meiner anfänglichen Euphorie schleichen sich langsam die ersten Zweifel ein: Wie soll ich das zeitlich schaffen? Das bisher erzielte umfasst bisher: 3 Springstunden. Die Dressuraufgabe habe ich zwar schon zu Hause, kann sie aber nur zur Hälfte auswendig. Ohne Bügel bin ich noch immer nicht geritten. Das Angaloppieren mit Vicky klappt nicht besonders gut … Durch meine Erkältung fehlen mir mehrere Stunden …. Ich frage mich langsam, ob ich das RA überhaupt machen sollte …

2016 – jetzt geht’s los!

Tatsächlich habe ich nach dem vergangenen Jahr ein bisschen Blut geleckt. Ich würde gern ein weiteres Abzeichen in Angriff nehmen und mit dem Springen anfangen. Nichts wildes, natürlich. Ich wäre nur gern in der Lage, kleinere Hindernisse überwinden zu können. Außerdem möchte ich irgendwann in meinem Leben mal ein Schleifchen bekommen. Auch wenn’s nur eine Salatschleife sein sollte 😉

Die Ausrüstung

Das brauchst du
Die Grundausrüstung sollte schon drin sein. Natürlich ganz wichtig: Der Sicherheitshelm! Auch wenn das Pferd noch so brav ist – es kann sich aufgrund seiner Instinkte immer mal erschrecken. Und falls es dann zu einem Sturz kommen sollte, kann dich der Helm vor schweren Verletzungen schützen. Achte beim Kauf unbedingt auf die richtige Größe: Der Helm muss fest am Kopf sitzen und sollte nicht verrutschen.

Die Hose
Auf eine Reithose kannst du anfangs verzichten. Wenn du allerdings regelmäßig reiten möchtest, solltest du über eine Anschaffung nachdenken. Ob du dabei auf eine Kniebesatz- oder Vollbesatzhose zurückgreifst, ist Geschmackssache und Sache der Bequemlichkeit. Der lederne Kniebesatz sorgt dafür, dass deine Knie nicht hin und her rutschen. Mit einer Vollbesatzhose rutscht du insgesamt weniger im Sattel herum. Mittlerweile gibt es auch Reithosen mit einem Gummibesatz – damit „klebst“ du sozusagen im Sattel. Hier solltest du allerdings vorher abklären, ob du solche Hosen benutzen darfst – denn die Gummistreifen können auf manchen Sätteln Abdrücke hinterlassen.

Statt einer Stiefelhose kannst du dir auch eine Jodpurhose anschaffen. Die trägst du in Kombination mit Jodpur-Stiefeletten. Jodpurhosen sehen auch nicht unbedingt wie richtige Reithosen aus – mit denen kannst du auch mal einkaufen gehen ohne, dass

Das Schuhwerk
Stiefel bzw. die günstigere Alternative aus Stiefeletten und Chaps sorgen für einen besseren Halt. Achte darauf, dass die Schuhe gut passen. Außerdem sollten sie unbedingt einen kleinen Absatz haben, damit du mit der Sohle nicht durch den Steigbügel rutscht.
Generell solltest du dir angewöhnen, im Stall festes Schuhwerk zu tragen.
Sonstiges
Handschuhe. Fand ich zunächst überflüssig. Bis ich mir regelmäßig schmerzhafte Blasen an den Fingern geholt habe. Seitdem reite ich nicht mehr ohne Handschuhe.

Je nach Pferd solltest du dir auch eine eigene Gerte zulegen. Sporen sehe ich persönlich immer etwas kritisch – ich habe immer Angst, dem Pferd damit Schmerzen zuzufügen. Wer ein ruhiges Bein hat, kann über stumpfe Sporen nachdenken. Aber das besprecht ihr dann am besten mit eurem Ausbilder.

Auch sinnvoll: Eine Schutzweste. Hier gibt es verschiedene Modelle: Zum Beispiel die Rückenprotektoren, die am Rücken befestigt und vom Hals/-Nackenbereich bis zu den untersten Rückenwirbeln schützen. Oder eine Schutzweste, die den gesamten Oberkörper schützt. Damit fühlt man sich zwar ein bisschen wie ein Michelin-Männchen, doch gerade bei einem Ausritt oder beim Springen sind diese Westen sinnvoll. Wichtig: Anprobieren! Schutzwesten schützen nur, wenn sie optimal sitzen!

Und die Kopfnummer 462 erhält die Wertnote 5,3 …

Und die Kopfnummer 462 erhält die Wertnote 5,3 …

Um 7 Uhr aufstehen. Draußen ist es nebelig und düster. Erstmal eine Tasse Kaffee zum Wachwerden … Heute ist es also soweit: Jolly und ich bestreiten unser erstes Turnier. „Bestreiten“ trifft es übrigens ganz gut – hatten wir, zumindest beim Aufmarschieren, doch einige Meinungsverschiedenheiten. Aber dazu später mehr.

Was mich etwas wunderte war, dass ich überhaupt keine Aufregung verspürte – den ganzen Morgen nicht. Selbst, als es dann aufs Pferd ging, konnte ich noch vor mich hersummen und –singen. So sind wir also durch den Wald Richtung Turnierort.

Am meisten Angst hatte ich im Vorfeld vor dem Abreiten: Ich kriege ja bei uns am Stall schon die Krise, wenn mehr als drei Reiter in der Halle sind. Jetzt sollte ich uns also mit gefühlt 20 anderen auf dem kleinen Platz warm machen. Tatsächlich waren meine Sorgen unbegründet. Dadurch, dass eigentlich alle immer auf der gleichen Hand reiten, ergab sich kein großartiger Gegenverkehr. Ausweichmanöver oder Notbremse mussten dementsprechend nicht getätigt werden. Und Jolly? War ausgesprochen bewegungsfreudig, nahm meine Hilfen an, galoppierte auf den Punkt los und parierte auf den Punkt durch, ließ sich wunderbar stellen und biegen und machte einen zufriedenen Eindruck. Mir ist ein riesen Brocken vom Herzen gefallen. Eigentlich schien alles gut zu sein. Eigentlich. Denn mit Betreten der Halle war dann direkt alles dahin. Jolly glotzte in der Gegend herum und erschrak sich vor jedem Blumentopf. Vom Hallentor ganz zu schweigen. Meine Gelassenheit ging rapide runter und verschwand dann gänzlich, als es ans Aufmarschieren ging: Denn der Kleine schien plötzlich einen „Pin im Kopp“ zu haben und stieg, ging rückwärts, ließ sich nicht anhalten und bockte. Von einem entspannten Grüßen konnte also keine Rede sein. Entsprechend verunsichert ging dann die Prüfung los. So richtig viel, muss ich sagen, habe ich davon gar nicht mitbekommen. Irgendwie war ich im Tunnel. Gefühlt war es ganz ok. Und als ich am Ende eine 5,3 erhielt, bestätigte sich das. Ganz ok eben. Laut Protokoll hätte ich mehr in Bewegung eingehen müssen. Daraus resultierte dann auch das „nicht ausbalanciert“. Es ist halt immer wieder mein Sitz. Aber gut, daran kann und werde ich weiter arbeiten. Immerhin wurde der Mittelschritt lobend erwähnt – und das ist ja schon mal was!

Auf dem Rückweg hätte ich Jolly am liebsten eine übergebraten, weil er wie ein Irrer über die Straße zog und Null auf mich hörte. So kenne ich ihn eigentlich gar nicht. Normalerweise ist er „draußen“ viel entspannter. Na, wer weiß, was ihn gestochen hatte.

Trotz den etwas widrigen Umständen hat diese Teilnahme Spaß gemacht. Und wiederholen würde ich das ebenfalls. Vielleicht etwas anders, z. B. bei einem Ü30- oder einem Wiedereinsteiger-Turnier. Denn mit den ganzen Pferdemädels um einen herum ist das halt so eine Sache. Eine Chance hat man da nun mal nicht.

Der passende Reiterhof

Den passenden Reiterhof zu finden, ist relativ einfach, wenn du dir im Vorfeld bewusst machst, was du möchtest: Schnellstmöglich (wieder) an Turnieren teilnehmen? Als Freizeitreiter mit einem Pferd möglichst oft in der näheren Umgebung ausreiten? Mit Gleichaltrigen in der Abteilung reiten? Oder möchtest du eigentlich viel lieber Westernreiten?

Mittlerweile haben viele Reitställe die „Wiedereinsteiger“ als interessante Zielgruppe erkannt und ihr Reit-Angebot entsprechend erweitert. Stunden zu arbeitnehmerfreundlichen Zeiten, mit Gleichgesinnten in entspannter Atmosphäre … Über das Internet findest du bestimmt etliche Höfe in deiner Umgebung. Stöbere einfach mal auf deren Homepage. So kannst du am besten herausfinden, ob es sich um einen Turnierstall, eine Reitschule für jedermann oder einen reinen Ponyhof handelt. Es gibt auch Reiterhöfe, die sich allein auf Wiedereinsteiger spezialisiert haben.
Suche dir die Reiterhöfe aus, die dir sympathisch erscheinen und besuche sie. Denn einen richtigen Eindruck bekommst du nur, wenn du dir ein eigenes, reales Bild gemacht hast.

Dabei kannst du dir im Vorhinein ein paar Stichpunkte im Kopf notieren, auf die du achten möchtest:
Sind die Boxen groß genug? Ist es hell und sauber (dabei ist die Rede nicht von „staubfrei“!)? Machen die Pferde und Ponys einen guten, gesunden Eindruck? Gibt es Auslaufmöglichkeiten und Weideflächen?
Nutze die Möglichkeit, bei verschiedenen Reitstunden zuzuschauen: Wie gehen die Reitlehrer mit den Schülern um? Ist es eine Massenabfertigung oder wird auf jeden Schüler eingegangen? Wie sind die Reitstunden gestaltet?
Und vielleicht ist es dir auch nicht ganz unwichtig, wie die „anderen“ Reitschüler so sind. Laufen sie vielleicht alle in Turnier-Outfits herum? Wirst du freundlich und offen begrüßt oder eher abweisend behandelt? Vielleicht findest du auch jemanden, der dich herumführt und dir die Ställe, Weiden, Reitplätze, Sattelkammer(n) oder – sofern es eins gibt – das „Reiterstübchen“ zeigt.

Höre dabei auf deinen Bauch, wenn du einen Reiterhof besuchst. Und falls du dich wohl fühlst, vereinbarst du einfach mal eine Probestunde.

Natürlich können sich An- und Absichten im Laufe der Zeit ändern. Oder aber, du merkst, dass der angebotene Unterricht dir eigentlich nicht reicht. Dann solltest du dir ggf. Gedanken über einen Wechsel des Reiterhofs machen.

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