Ich glaub, jetzt geht’s los! Ich habe mir zum ersten Mal eigene Ausrüstung für Jolly gekauft. Ich kann’s kaum glauben! So etwas wollte ich nie. Nie! Und plötzlich kommt da dieser Geburtstagsgutschein für ein Reitgeschäft und zack! – schon ist der Warenkorb voll. Mit farblich aufeinander abgestimmten Schabracken, Gamaschen, Bandagen … Weil man beim Reiten ja auch schöööön aussehen möchte. Genau, schöööön. Mit 4 ö. Und das tun wir jetzt auch: Schöööön aussehen. Das Schööööne ist, dass Jolly farblich alles tragen kann. Ich nicht. Aber dafür kann ich schließlich aussuchen, was er tragen soll.
Jolly Jumper (Rabenkönig) – meine Reitbeteiligung. Den 2009 geborenen Trakehner haben wir im November 2014 von einer Züchterin abgeholt. Damals war er ziemlich abgemagert, etwas verwahrlost und nur rudimentär angeritten. Seitdem macht der Kleine allerdings gute Fortschritte. Er hat ordentlich zugelegt und Muskeln aufgebaut, reagiert gut auf Hilfen, ist die Ruhe in Person – außer, er muss in der Reithalle am bösen, bösen Tor vorbei – und eine richtige Schmusebacke.
Dressurprüfung mit Vicky
Vicky – die Haflingermaus. Es macht richtig Spaß, sie zu reiten. Sie macht fleißig mit und hat Spaß an Dressur und Springen. Die kleine Kugel und ich passen vor allem optisch gut zusammen.
Linus – der Riese. Das bisher größte Pferd, auf dem ich gesessen habe. Linus ist total brav und sehr fleißig. Oft hat man das Gefühl, dass er alles richtig machen möchte. Dabei wird er dann aber manchmal nervös. Bei ihm merkt man sofort, ob man eine Hilfe richtig oder falsch gibt, denn er reagiert sofort – entweder richtig oder halt eben falsch. Dann weiß man, dass man die Hilfe beim nächsten Mal doch anders geben muss. Linus hat mich wacker durch unser Vereinsturnier getragen.
Und dann gab es da noch … … Flamingo und Winnipeg, die beiden Opis, um die ich mich eine Zeit lang kümmern konnte, bevor sie verkauft bzw. verstorben sind. Durch Fla habe ich viel gelernt – z. B. die richtige Hilfengebung. Mit ihm konnte man super ins Gelände. Er war ein tolles Verlasspferd, das nichts aus der Ruhe gebracht hat.
Winnie hatte in seinen letzten Jahren ganz schwere Arthrose in den Gelenken und war dementsprechend steif und etwas langsamer. Wenn er allerdings richtig aufgewärmt war, hat er so manches junge Pferd im Galopp hinter sich gelassen. Für ihn gab es nichts schöneres, als sich nach getaner Arbeit noch ausgiebig im Sand zu wälzen. Leider hatten wir alle immer Sorge, dass er nicht mehr von allein auf die Beine kommt.
… Lotte, Sudan und Limbo, die drei Lehrpferde aus der ersten Reitschule, die uns geduldig durch diverse Longen-, später dann Gruppenstunden, getragen haben.
Und schon vorbei … Nach den letzten, vollgestopften Wochen realisiere ich nur schwierig, dass jetzt alles vorbei ist. Vorbei und geschafft. Bestanden. Dank zweier toller Pferde, die mich trotz Aufregung wunderbar durch die Spring- und Dressurprüfung getragen haben. Leider habe ich nicht gefilmt – das habe ich mich nicht getraut. Deshalb kann ich selbst auch nicht beurteilen, wie es war. Laut der Zuschauer war es sehr gut. Und ich selbst hatte auch ein ganz gutes Gefühl. Wertnoten gab es leider für die RA7er nicht, aber „bestanden“ bedeutet immerhin alles besser als 5,0.
Der Tag begann früh: Um 05.30 Uhr aufstehen, frühstücken, ein Kaffee, um 7 Uhr los zum Stall, Ponys putzen, die bereits eingeflochtenen Mähnenzöpfe prüfen, Zaumzeug wienern, Stallgassen fegen … Erst war gefühlt noch ganz viel Zeit. Bis dann auf einmal die beiden Prüfer da waren – 30 Minuten früher … Los ging’s mit Springen, danach Dressur, dann Theorie. Zum Abschluss sollte eigentlich noch die Bodenarbeit stattfinden, die u. a. für mich aber ausfiel, da ich die Bodenarbeit bereits im Basispass vorgeführt hatte.
Vor lauter Aufregung wollte ich Fratze erstmal mit dem falschen Zaumzeug ausstatten. Irgendwie wusste ich überhaupt nicht, wo mir der Kopf stand. Und habe vermutlich alle Welt um mich herum in den Wahnsinn getrieben.
Viele von uns haben sicher schon einmal davon geträumt, einen Hindernisparcours zu überwinden. Im Fernsehen sieht das so einfach aus – ein bisschen wie fliegen. Wenn ich als Kind Ludger Beerbaum zusah, wie er den CHIO-Parcours durchritt oder Deutschland bei der Olympiade vertrat, wollte ich das auch. Allerdings kam es nicht dazu. Noch vor den ersten Springstunden war mein Reitunterricht beendet.
Heute sehe ich Springreiten kritischer – gerade der Sinn von Mächtigkeitsspringen erschließt sich mir nicht. Kleinere Hopser allerdings finde ich ok – auch fürs Pferd. Und manchen Pferden merkt man ja schließlich an, dass sie richtig „heiß“ aufs Springen sind. Jolly Jumper ist übrigens auch so einer, dem das Springen im Blut liegt.
Tatsächlich wäre ich nach wie vor gern in der Lage, kleinere Sprünge zu überwinden. Deshalb nehme ich nun regelmäßig an den Springstunden in meiner Reitschule teil. Mal sehen, wie das so klappt …
Die erste Springstunde … war eine ziemliche Katastrophe. Es ist ganz schön schwierig, sich an die kurzen Bügel zu gewöhnen – mir taten die Knöchel weh, die Knie waren nach der Stunde blau, Vicky und ich waren regendurchnässt.
Vicky wollte auch nicht so recht, deshalb endeten unsere Springversuche zu 90 % in Verweigerungen oder einem seitlichen Ausbruch. Nun ja, jeder fängt mal klein an … beim nächsten Mal wird’s bestimmt besser …
… Und das war es tatsächlich. Diesmal in der Halle, diesmal mit mehr Elan. Und diesmal direkt mit 7 (!) Hindernissen! Anfangs dachte ich, dass ich die Reihenfolge nicht mal ins Gedächtnis kriegen würde. Geschweige denn, den Parcours dann auch noch irgendwie vernünftig durchzureiten. Doch beides hat geklappt. Ganz gut sogar! Und es hat solchen Spaß gemacht, dass ich am liebsten gar nicht mehr aufgehört hätte.
Die dritte Springstunde … hat wieder mordsmäßig Spaß gemacht. Und war auch irgendwie ok. Ich muss daran denken, schon über dem Sprung den weiteren Weg anzupeilen. Diesmal war auch der erste Sprung im Galopp dabei. Das hat zwar geklappt, aber üben müssen wir das trotzdem weiterhin!
Auweia, ich versuche, die Lektion auswendig zu lernen. Sie ist gar nicht so leicht. Auch Reiten ohne Bügel (Video) ist gefordert, zumindest im Schritt und Trab. Gut, dass Vicky so schön mitmacht. Sie hat tolle Grundgangarten und bei ihr kommt man einigermaßen zum „Sitzen“. Trotzdem ist das mit dem Gleichgewicht gar nicht so einfach.
Tadaa: Viel schneller als gedacht geht es weiter. Im März werden wieder Abzeichen angeboten. Nach Absprache mit meiner Trainerin werde ich das RA 7 machen, das ehemalige „Große Hufeisen“.
Reitabzeichen 7 (RA 7)
An der Prüfung zum Reitabzeichen 7 dürfen alle Reiter ohne Altersbeschränkung teilnehmen, die einen Vorbereitungslehrgang zum RA 7 besucht haben. Schließlich wird theoretisches Grundwissen zu den Themen Gangarten, Hufschlagfiguren und Abteilungsreiten abgefragt. Außerdem geht es um die Sicherheit Umgang mit dem Pferd und beim Reiten sowie um die Ethischen Grundsätze im Pferdesport.
Natürlich muss man auch sein reiterliches Können zeigen. In der Teilprüfung Dressur stellt der Prüfling sein Pferd/ Pony einzeln oder zu zweit in einer Dressurreiteraufgabe in Anlehnung an die Klasse E vor. Dabei ist auch das Reiten ohne Bügel – mindestens im Trab – gefordert. In der zweiten Teilprüfung Reiten ist das Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks gefragt.
Die Teilprüfung Geländereiten kann zusätzlich erfolgen, sofern sie nicht die Teilprüfung Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks ersetzen soll. Die Anforderungen werden im Außengelände auf unebenem Boden, im leichten Sitz und in verschiedenen Tempi geprüft.
Auch der Umgang mit dem Pferd am Boden wird geprüft – in der Stationsprüfung Bodenarbeit. Zusätzlich sollten die Prüflinge hier das Führen von Hufschlagfiguren, Traben auf gerader Linie und das Rückwärtstreten lassen des Pferdes zeigen.
Die Prüfer bewerten eure Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit dem Pferd sowie das Grundwissen über das Pferd. Weiter fließt in die Beurteilung ein, wie ausbalanciert und losgelassen der Reiter auf dem Pferd sitzt und die Übungen ausführt.
Das Prüfungsergebnis lautet „bestanden“ oder „nicht bestanden“, es gibt also keine Noten. Solltet ihr die Prüfung nicht bestehen, könnt ihr die gesamte Prüfung zum nächstmöglichen Zeitpunkt wiederholen.
Durchwachsen. Da ich am 30. Dezember 2014 einen Sturz hatte, begann das Jahr 2015 mit einem dicken Verband um den Arm. Der war zwar nicht gebrochen, aber weh tat’s trotzdem. Irgendwie hatte es den Daumen erwischt.
Gut, dass die Hand aber relativ schnell wieder in Ordnung war, denn im März wurden bei uns im Reitstall der Basispass und das Longierabzeichen angeboten – irgendwie habe ich mich zu beidem überreden lassen. Und habe nach der Lektüre etlicher Bücher und den Vorbereitungslehrgängen beide Prüfungen bestanden.
Und sonst so? Im Herbst stand dann das Reitabzeichen 9 an, das ehemalige „Kleine Hufeisen“. Es hing mir wie ein Relikt aus Kindertagen immer noch nach, dass ich das nie gemacht habe. Jetzt war es soweit.
Außerdem: Vereinsturnier in der Lembeck. Bei meinem ersten Dressurreiter-Wettbewerb mit Linus gab’s zwar nur die Wertnote 5,3, aber Spaß hat es trotzdem gemacht.
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