Was nicht passt, wird passend gemacht: Meine ersten Reitstiefel

Was nicht passt, wird passend gemacht: Meine ersten Reitstiefel


Schon lange habe ich drüber nachgedacht, mir Stiefel zu kaufen. Mit der Turniernennung kam jetzt der passende Anlass, mich näher mit diesem Thema auseinander zu setzen. Ich hatte noch nie welche – meinen umfangreichen Waden sei Dank. Und Maßanfertigungen wollte ich nun auch (noch) nicht. Schließlich wusste ich ja gar nicht, ob ich mit Stiefeln auf dem Pferd überhaupt klarkomme. Nach intensiver Recherche habe ich dann extra-weite Stiefel gefunden, die preislich auch noch in Ordnung waren. So richtig schiefgehen konnte es also nicht – im Zweifel hätte ich sie halt wieder verkauft. Aber vielleicht sollte ich ja auch einfach mal Glück haben … Also habe ich zugeschlagen.

Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht: Kein Karton? Die Stiefel waren einfach lose in einer Versandtüte, ein bisschen Füllmaterial in die Schäfte gestopft. Hm, das hatte ich mir etwas glamuröser vorgestellt. Die Stiefel selbst fühlten sie gut an, noch so neu und steif und sie rochen leicht nach Leder. Die Freude war groß und natürlich musste ich sie direkt anprobieren. Natürlich habe ich sie nicht zubekommen.

Der Reißverschluss ging recht schwergängig und meine Waden taten ihr Übriges dazu. Na toll! Laune im Eimer! Dann hat sich Matze der Sache angenommen, gezogen und gezerrt, gerupft und geschoben. Und tadaaaaa – zu waren sie, meine ersten Reitstiefel. Jetzt durfte ich sie natürlich den restlichen Abend nicht mehr ausziehen.

Von nun an quetschte ich mich jeden Abend in die Stiefel, trug sie beim Wäschemachen, im Garten, auf kurzen Spaziergängen, holte mir Blasen an den Fersen und vom Reißverschlussziehen an den Fingern. Irgendwann bestellte ich mir Lederdehn-Spray für den Schaft und Bienenwachs für den Reißverschluss. Und dann wurde es endlich besser. Zwar brauchte ich immer noch gefühlte 10 Minuten fürs Einsteigen, aber immerhin: Es wurde.

Mit Einsatz des Lederdehners, Bienenwachs und Matzes Muskelkraft wurde passend gemacht, was erst nicht wollte. Mit dem Erfolg, dass ich nun mit schicken Stiefeln auf dem Pferd sitze. Tatsächlich hätte ich es nicht gedacht, aber es fühlt sich gut an, anders! Irgendwie besser! Ich habe das Gefühl, meine Beine ruhiger zu halten und Länge ins Bein zu kriegen.

Auch wenn es nun noch mehr „Gepöngels“ gibt, das ich mitschleppen muss: Diese Anschaffung hat sich – auch wenn es etwas gedauert hat – wirklich gelohnt.

Die Ausrüstung

Das brauchst du
Die Grundausrüstung sollte schon drin sein. Natürlich ganz wichtig: Der Sicherheitshelm! Auch wenn das Pferd noch so brav ist – es kann sich aufgrund seiner Instinkte immer mal erschrecken. Und falls es dann zu einem Sturz kommen sollte, kann dich der Helm vor schweren Verletzungen schützen. Achte beim Kauf unbedingt auf die richtige Größe: Der Helm muss fest am Kopf sitzen und sollte nicht verrutschen.

Die Hose
Auf eine Reithose kannst du anfangs verzichten. Wenn du allerdings regelmäßig reiten möchtest, solltest du über eine Anschaffung nachdenken. Ob du dabei auf eine Kniebesatz- oder Vollbesatzhose zurückgreifst, ist Geschmackssache und Sache der Bequemlichkeit. Der lederne Kniebesatz sorgt dafür, dass deine Knie nicht hin und her rutschen. Mit einer Vollbesatzhose rutscht du insgesamt weniger im Sattel herum. Mittlerweile gibt es auch Reithosen mit einem Gummibesatz – damit „klebst“ du sozusagen im Sattel. Hier solltest du allerdings vorher abklären, ob du solche Hosen benutzen darfst – denn die Gummistreifen können auf manchen Sätteln Abdrücke hinterlassen.

Statt einer Stiefelhose kannst du dir auch eine Jodpurhose anschaffen. Die trägst du in Kombination mit Jodpur-Stiefeletten. Jodpurhosen sehen auch nicht unbedingt wie richtige Reithosen aus – mit denen kannst du auch mal einkaufen gehen ohne, dass

Das Schuhwerk
Stiefel bzw. die günstigere Alternative aus Stiefeletten und Chaps sorgen für einen besseren Halt. Achte darauf, dass die Schuhe gut passen. Außerdem sollten sie unbedingt einen kleinen Absatz haben, damit du mit der Sohle nicht durch den Steigbügel rutscht.
Generell solltest du dir angewöhnen, im Stall festes Schuhwerk zu tragen.
Sonstiges
Handschuhe. Fand ich zunächst überflüssig. Bis ich mir regelmäßig schmerzhafte Blasen an den Fingern geholt habe. Seitdem reite ich nicht mehr ohne Handschuhe.

Je nach Pferd solltest du dir auch eine eigene Gerte zulegen. Sporen sehe ich persönlich immer etwas kritisch – ich habe immer Angst, dem Pferd damit Schmerzen zuzufügen. Wer ein ruhiges Bein hat, kann über stumpfe Sporen nachdenken. Aber das besprecht ihr dann am besten mit eurem Ausbilder.

Auch sinnvoll: Eine Schutzweste. Hier gibt es verschiedene Modelle: Zum Beispiel die Rückenprotektoren, die am Rücken befestigt und vom Hals/-Nackenbereich bis zu den untersten Rückenwirbeln schützen. Oder eine Schutzweste, die den gesamten Oberkörper schützt. Damit fühlt man sich zwar ein bisschen wie ein Michelin-Männchen, doch gerade bei einem Ausritt oder beim Springen sind diese Westen sinnvoll. Wichtig: Anprobieren! Schutzwesten schützen nur, wenn sie optimal sitzen!

Ton in Ton

Ton in Ton

 

Ich glaub, jetzt geht’s los! Ich habe mir zum ersten Mal eigene Ausrüstung für Jolly gekauft. Ich kann’s kaum glauben! So etwas wollte ich nie. Nie! Und plötzlich kommt da dieser Geburtstagsgutschein für ein Reitgeschäft und zack! – schon ist der Warenkorb voll. Mit farblich aufeinander abgestimmten Schabracken, Gamaschen, Bandagen … Weil man beim Reiten ja auch schöööön aussehen möchte. Genau, schöööön. Mit 4 ö. Und das tun wir jetzt auch: Schöööön aussehen. Das Schööööne ist, dass Jolly farblich alles tragen kann. Ich nicht. Aber dafür kann ich schließlich aussuchen, was er tragen soll.