Naja, nachdem ich gehört habe, dass im März wieder RA-Lehrgänge stattfinden und ich teilnehmen wollte, hat erst einmal ein Virus zugeschlagen. Die letzten Januartage und die erste Februarwoche waren also dahin – kein Pferd, kein Reiten, kein Sport. Und tatsächlich bleibt ja gar nicht mehr viel Zeit. Nach meiner anfänglichen Euphorie schleichen sich langsam die ersten Zweifel ein: Wie soll ich das zeitlich schaffen? Das bisher erzielte umfasst bisher: 3 Springstunden. Die Dressuraufgabe habe ich zwar schon zu Hause, kann sie aber nur zur Hälfte auswendig. Ohne Bügel bin ich noch immer nicht geritten. Das Angaloppieren mit Vicky klappt nicht besonders gut … Durch meine Erkältung fehlen mir mehrere Stunden …. Ich frage mich langsam, ob ich das RA überhaupt machen sollte …
Springen
2016 – jetzt geht’s los!
Tatsächlich habe ich nach dem vergangenen Jahr ein bisschen Blut geleckt. Ich würde gern ein weiteres Abzeichen in Angriff nehmen und mit dem Springen anfangen. Nichts wildes, natürlich. Ich wäre nur gern in der Lage, kleinere Hindernisse überwinden zu können. Außerdem möchte ich irgendwann in meinem Leben mal ein Schleifchen bekommen. Auch wenn’s nur eine Salatschleife sein sollte 😉
Geschafft!

Und schon vorbei … Nach den letzten, vollgestopften Wochen realisiere ich nur schwierig, dass jetzt alles vorbei ist. Vorbei und geschafft. Bestanden. Dank zweier toller Pferde, die mich trotz Aufregung wunderbar durch die Spring- und Dressurprüfung getragen haben. Leider habe ich nicht gefilmt – das habe ich mich nicht getraut. Deshalb kann ich selbst auch nicht beurteilen, wie es war. Laut der Zuschauer war es sehr gut. Und ich selbst hatte auch ein ganz gutes Gefühl. Wertnoten gab es leider für die RA7er nicht, aber „bestanden“ bedeutet immerhin alles besser als 5,0.
Der Tag begann früh: Um 05.30 Uhr aufstehen, frühstücken, ein Kaffee, um 7 Uhr los zum Stall, Ponys putzen, die bereits eingeflochtenen Mähnenzöpfe prüfen, Zaumzeug wienern, Stallgassen fegen … Erst war gefühlt noch ganz viel Zeit. Bis dann auf einmal die beiden Prüfer da waren – 30 Minuten früher … Los ging’s mit Springen, danach Dressur, dann Theorie. Zum Abschluss sollte eigentlich noch die Bodenarbeit stattfinden, die u. a. für mich aber ausfiel, da ich die Bodenarbeit bereits im Basispass vorgeführt hatte.
Vor lauter Aufregung wollte ich Fratze erstmal mit dem falschen Zaumzeug ausstatten. Irgendwie wusste ich überhaupt nicht, wo mir der Kopf stand. Und habe vermutlich alle Welt um mich herum in den Wahnsinn getrieben.
Hüpfen, Hopsen, Springen

Viele von uns haben sicher schon einmal davon geträumt, einen Hindernisparcours zu überwinden. Im Fernsehen sieht das so einfach aus – ein bisschen wie fliegen. Wenn ich als Kind Ludger Beerbaum zusah, wie er den CHIO-Parcours durchritt oder Deutschland bei der Olympiade vertrat, wollte ich das auch. Allerdings kam es nicht dazu. Noch vor den ersten Springstunden war mein Reitunterricht beendet.
Heute sehe ich Springreiten kritischer – gerade der Sinn von Mächtigkeitsspringen erschließt sich mir nicht. Kleinere Hopser allerdings finde ich ok – auch fürs Pferd. Und manchen Pferden merkt man ja schließlich an, dass sie richtig „heiß“ aufs Springen sind. Jolly Jumper ist übrigens auch so einer, dem das Springen im Blut liegt.
Tatsächlich wäre ich nach wie vor gern in der Lage, kleinere Sprünge zu überwinden. Deshalb nehme ich nun regelmäßig an den Springstunden in meiner Reitschule teil. Mal sehen, wie das so klappt …
Vorbereitung RA 7 – Springen
Die erste Springstunde … war eine ziemliche Katastrophe. Es ist ganz schön schwierig, sich an die kurzen Bügel zu gewöhnen – mir taten die Knöchel weh, die Knie waren nach der Stunde blau, Vicky und ich waren regendurchnässt.
Vicky wollte auch nicht so recht, deshalb endeten unsere Springversuche zu 90 % in Verweigerungen oder einem seitlichen Ausbruch. Nun ja, jeder fängt mal klein an … beim nächsten Mal wird’s bestimmt besser …
… Und das war es tatsächlich. Diesmal in der Halle, diesmal mit mehr Elan. Und diesmal direkt mit 7 (!) Hindernissen! Anfangs dachte ich, dass ich die Reihenfolge nicht mal ins Gedächtnis kriegen würde. Geschweige denn, den Parcours dann auch noch irgendwie vernünftig durchzureiten. Doch beides hat geklappt. Ganz gut sogar! Und es hat solchen Spaß gemacht, dass ich am liebsten gar nicht mehr aufgehört hätte.
Die dritte Springstunde … hat wieder mordsmäßig Spaß gemacht. Und war auch irgendwie ok. Ich muss daran denken, schon über dem Sprung den weiteren Weg anzupeilen. Diesmal war auch der erste Sprung im Galopp dabei. Das hat zwar geklappt, aber üben müssen wir das trotzdem weiterhin!
Das RA 7 steht vor der Tür
Tadaa: Viel schneller als gedacht geht es weiter. Im März werden wieder Abzeichen angeboten. Nach Absprache mit meiner Trainerin werde ich das RA 7 machen, das ehemalige „Große Hufeisen“.
Reitabzeichen 7 (RA 7)
An der Prüfung zum Reitabzeichen 7 dürfen alle Reiter ohne Altersbeschränkung teilnehmen, die einen Vorbereitungslehrgang zum RA 7 besucht haben. Schließlich wird theoretisches Grundwissen zu den Themen Gangarten, Hufschlagfiguren und Abteilungsreiten abgefragt. Außerdem geht es um die Sicherheit Umgang mit dem Pferd und beim Reiten sowie um die Ethischen Grundsätze im Pferdesport.
Natürlich muss man auch sein reiterliches Können zeigen. In der Teilprüfung Dressur stellt der Prüfling sein Pferd/ Pony einzeln oder zu zweit in einer Dressurreiteraufgabe in Anlehnung an die Klasse E vor. Dabei ist auch das Reiten ohne Bügel – mindestens im Trab – gefordert.
In der zweiten Teilprüfung Reiten ist das Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks gefragt.
Die Teilprüfung Geländereiten kann zusätzlich erfolgen, sofern sie nicht die Teilprüfung Reiten im leichten Sitz und über Bodenricks ersetzen soll. Die Anforderungen werden im Außengelände auf unebenem Boden, im leichten Sitz und in verschiedenen Tempi geprüft.
Auch der Umgang mit dem Pferd am Boden wird geprüft – in der Stationsprüfung Bodenarbeit. Zusätzlich sollten die Prüflinge hier das Führen von Hufschlagfiguren, Traben auf gerader Linie und das Rückwärtstreten lassen des Pferdes zeigen.
Die Prüfer bewerten eure Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit dem Pferd sowie das Grundwissen über das Pferd. Weiter fließt in die Beurteilung ein, wie ausbalanciert und losgelassen der Reiter auf dem Pferd sitzt und die Übungen ausführt.
Das Prüfungsergebnis lautet „bestanden“ oder „nicht bestanden“, es gibt also keine Noten. Solltet ihr die Prüfung nicht bestehen, könnt ihr die gesamte Prüfung zum nächstmöglichen Zeitpunkt wiederholen.
